Archive vom Juni, 2007



Neuzugang

Veröffentlicht am Juni 19, 2007

So, nun haben wir wie schon erwähnt, vier Meerschweinchen.

Nach kurzem Suchen haben wir einen Partner für Hammy gefunden. Es musste ein richtiger Kerl sein. Einer der weiß Hammy zu nehmen und ihr nicht alles durch gehen zu lassen.

Die Wahl ist auf ein (fast) schwarzes explodiertes Rosettenschwein gefallen. Kastriert, ca. 3/4 Jahr alt welcher mit allen vier Beinen im Leben steht. Perfekt! Sein Name: Norf (Neuer ohne Rasterfrisur)

Norf Norf

Nun standen wir aber mit jeweils einem Bock und einem Weibchen da. Ein friedliches Zusammenleben in einem Stall somit fast unmöglich. Was war das Resultat daraus? Na klar! Ein neuer Stall muss her… Nicht das wir erst vor 5 Monaten einen gebaut haben. Nein, wir sind so besessen darauf den Schweineschnuten immer was Neues zu bieten.

Also ging’s es wieder an die Planung, welche diesmal nicht 2 Stunden dauerte, sondern zwei Tage. Wir haben nach langem Suchen und überlegen uns für ein Regalsystem entschieden. Oben ziehen Tromsö und Luleå und unten drunter Hammy und Norf ein. Problem der fertigen Regale ist nur die geringen Maßen. Unsere Vorstellung war eine Tiefe von 80 cm, die Standartregale haben nur 60 cm. Nach Auslegen mit Zollstöcken, um zu sehen welches Ausmaß das System haben soll, entschieden wir uns jedoch auf 70 cm. Man soll ja beim Putzen noch in die letzte Ecke kommen. Aber 70 cm sind immer noch größer als 60. Klar. Also mussten wir es selbst umsetzten und einen gute Weg zwischen Stabilität, Größe und Kosten finden. Dies hat dann auch die meiste Zeit eingenommen.

Aber zum Glück gab es ja wieder eine Aktion im 20% Auf-Alles-Baumarkt. Geplant, gerechnet, wieder neu geplant und neu berechnet. Mit allem, von Holz, Winkel, Schrauben, Plexiglas, Folie, Blenden, etc kamen wir nicht unter 250€ (abzüglich der 20%). Also mussten wir in den sauren Apfel beißen und unsere Couch oder Gartenmöbel oder was wir sonst noch so geplant hatten zu kaufen, erstmal in die Schweine zu investieren. Nicht das wir nicht schon genug diesen Monat an Arztkosten hatten…

Neubau 2. Etage 1. Etage

So sieht unser neuer Stall nun erstmal aus. Maße Vorne: 130×180x70, Maße Seite: 130×140x70 (HxBxT). Die Holzpfosten werden noch dunkel gebeizt und lackiert, unten kommen noch Seitenblenden und Türen dran. Aber dies wird erst bei der nächsten Baumarktaktion realisiert werden. Jetzt müssen sie erstmal damit Leben.

Hier ein paar Bilder vom Stall und von Hammy und Norf

Norf Norf
Hammy und Norf Hammy und Norf


Hammy in Not

Veröffentlicht am Juni 18, 2007

Nach dem der erste Sommer ins Land gezogen ist, die Schweine diesen in vollen Zügen auf der Dachterasse genießen konnten, ist es mal wieder Zeit Resümee passieren zu lassen.

Anfänglich war alles in der neuen Wohnung, besonders die Dachterrasse, natürlich recht fremd für sie. So viel Platz, neue Gerüche, komischer Bodenbelag (Stein & Erde), Wind und Sonne. So zogen sie nun am Hintern des Vordermanns klebend (Die Karawane zieht weiter, der Sultan hätt Doosch zieht weiter.) herum und machten sich, neugierig wie sie sind, auf den Weg, alles zu erkunden.

Hammy quiekt bei jedem einzelnen Schritt, den sie tut, Tromsö, cool wie immer, ist der Herdenführer und Luleå vertraute auf ihr unschuldiges Auftreten und bog auch mal um andere Ecken ab.

Nach dem ersten Tag, kam die Nacht. Erschöpfung gepaart mit Träumen, lagen alle drei seelenruhig im Stall, zuckten mit ihren kleinen Beinchen und schliefen bis zum nächsten Morgen durch. Und ab nun wollten sie immer raus.

Alles schien nun perfekt zu sein (abgesehen von einer Wiese, die bis dato fehlt), als Hammy irgendwas Falsches gefressen haben zu schien. Jedenfalls holten wir sie am Abend wieder in die gute Stube rein und merkten nach einer Zeit, dass es ihr überhaupt nicht gut ging. Sie bewegte den Kopf merkwürdig, fraß nicht, saß wie unter Drogen im Stall und das Laufen war eher ein Robben. Voller Sorgen und der Vermutung einen toxischen Effekt zu erleben, versuchten wir nachts um 23:00 Uhr einen Notarzt aufzutreiben. Was zu unserer Verwunderung auch schnell erledigt war.

Also Klamotten gepackt, Hammy in den (Kuschel)sack und ab in die Notklinik. Dort “beruhigte” uns die diensthabende Ärztin wieder mit dem Befund einer Verdauungsstörung. Beruhigen ist evtl. der falsche Ausdruck, da man dem Tier nicht mal kurz auf den Bauch drücken konnte, es einen Pups abgeben kann und alles wäre wieder in Butter. Nein, Hammy wurde erstmal über Nacht dabehalten und auf die Intensivstation verlegt. Wir sollten uns dann wieder am nächsten Morgen melden, um zu schauen wie es ihr geht.

Der nächste Morgen ließ lange auf sich warten. Voller Sorgen und Augenringen, riefen wir direkt an. “Man könne uns noch nichts Genaueres sagen…” und wir sollten uns noch mal am Nachmittag melden. Das war natürlich nicht das, was wir hören wollten. Also mit halber Arbeitsleistung weiter in den Tag. Der Nachmittag kam, der Anruf wurde getätigt und die Gewissheit, Hammy nicht wieder abholen zu können, wurde uns bewußt. “Sie muss noch eine Nacht zur Therapiebehandlung und Beobachtung hier behalten werden”, hieß es. Und nun? Ablenkung! Augen zu und durch! Daumen drücken! An was Positives denken!

Morgens wieder angerufen und da bekamen wir die ersehnte Meldung. “Sie könnten Hammy abholen kommen. Ihr geht es schon um einiges besser.” Also noch bevor der Arbeitsalltag uns vereinnahmte, ab ins Auto und los zum Krankenhaus.

Da lag sie nun wie ein Haufen Elend. Total mitgenommen und mit einem strafenden Blick, wie wir uns es nur hätten wagen können, sie dort allein zu lassen, nahmen wir sie mit. Nun mussten wir Hammy jeden Tag mit einem Aufbaupräparat, Vitamin B und Penicillin weiter behandeln.

Es ging dann aber wieder schnell bergauf und heute frisst sie wieder mit alter Gier. Aber anscheinend hat sie dort einen kleinen Hau weg bekommen. Denn ab nun war totaler Zickenterror in höchstem Maße angesagt. Kleinere Rangeleien kannte man ja schon, aber in diesem Umfang war es bis dahin auch uns gänzlich unbekannt. Sie fetzten sich so heftig, dass man im Käfig nur noch einen großen Fellknäuel von der zweiten Ebene in die erste rollen sah. Wir musste sie regelrecht auseinander zerren. Ergebnis: stark blutender Hammyfuss und klaffende Wunde am Luleårücken. Während Luleå den Anschein nach keinerlei Schmerzen hatte, konnte Hammy ihren Fuss nicht mehr aufsetzen und humpelte durch den Käfig. Was sie natürlich nicht daran hinderte, weiter anzugreifen. Man hat ja noch drei Füsse!

Fazit: Hammy wurde nach einem weiteren Tierarztbesuch in Einzelhaft gesetzt. Und wir waren ratlos, wie es mit ihr weitergehen soll. Abgeben? Nein, niemals! Zwei zweier Gruppen? Hm… schien die beste Alternative zu sein. Also suchten wir in Notstationen nach einem passenden Partner. Gesucht gefunden! Am nächsten Tag gings zur Villa Kunterbunt in Köln-Pulheim. Dort wurde geguckt, ob sich Hammy mit irgendeinem Männchen gut versteht, welches wir mitnehmen konnten. Der Schönste war es dann auch. Nach zwei Stunden gucken, testen und erzählen, hatten wir nun vier Meerschweinchen.

Ich komme nochmal gern auf den Sinn des Namens Mehrschweinchen zurück…