Archive vom November, 2006
Zuwachs
Wie wir schon angekündigt hatten, haben wir uns mehr oder weniger spontan ein weiteres Meerschweinweibchen geholt. Nun ist die Gruppe komplett. Da wir sehr bedacht darauf sind es den Schweinen so Artgerecht wie nur möglich zu machen, und da Meerschweinchen ehr zu polygamen Verhaltensmustern tendieren, war der Schritt abzusehen.
Der Einzug, oder auch die Vergesellschaftung genannt, war natürlich sehr spannend. Laut anraten der Züchterin sollte der Stall durch eine Reinigung einen neutralen Duft erhalten. Darin soll der Zuwachs eine zeitlang allein hinein. Danach als erstes das Böckchen um sich kennenzulernen und zum Schluss können dann auf neutralem Boden alle drei ihr kennenlernen feiern. Soweit so gut in der Theorie.
Nun zur Praxis. Stall wurde gereinigt, mit frischen Streu ausgelegt und mit etwas Heu und Stroh dekoriert (wenn Tiere fressen ist das immer ein gutes Zeichen). Nun kam das neue Meerschwein in den Stall. Nach ca. einer Stunde frass es auch schon und wuselte herum. Ein Zeichen für uns direkt mal den dicken Tromsö hinzu zu tun. Er natürlich so Weltfremd wie er ist, direkt mal in männlicher Manier hin um “Hallo” zu sagen. Das war natürlich zu viel für den Neuankömmling. Sie direkt auf Angriff und las Tromsö mal kurz die Leviten. Mit klappernen Zähnen und absolut nicht fehl zu interpretierenden Haltung (ganze Breitseite) ging sie auf ihn los. Darauf war er absolut nicht vorbereitet und saß verstört regungslos vor ihr und muckte kein Stück. Ihr war das (was auch immer) aber immer noch nicht genug und biss ihn erstmal ein wenig, worauf hin er durch den Käfig zur anderen Seite stürmte. Das war Tromsös erste Begegnung mit einem beissendem Weibchen :)
Wir habe ihn dann natürlich erlöst, aus dem Stall genommen und wieder ein wenig Ruhe einkehren lassen. Diese Ruhepause nutzen Luleå (welche noch keine Tuchfühlung mit ihr hatte) und Tromsö aus, um an der Scheibe zu kleben und zu gucken was der Neuankömmling da in ihrem Schlafgemach so treibt. Nachdem einige Zeit so vertrich, öffneten wir den Stall für beide. Jetzt konnte auch Luleå zu ihr. Aber nichts da. Tromsö war noch nicht fertig. Er vorraus und sie hinterher. Nachdem die Neue dem Herrn nochmals eindringlich gesagt hatte was sie momentan von ihm hällt, kam Luleå zum zuge. Da schien es viel besser zu laufen. Sie beschnupperten sich, zuckten teilweise vorsichtig zurück und unterhielten sich aufgeregt. Tromsö wurde das nach einiger Zeit zu langweilig und begab sich auf Futtersuche.
Weitere Zeit verstrich und alle drei turnten nun im ganzen Gehege herum. Die einen auf Fressenssuche und die andere auf Erkundungstour. Alles schien fast in bester Ordnung zu sein. Bis Luleå anfing die Neue durch das ganzen Gehege zu jagen. Anscheinend um mal klar zu stellen wer die Chefin hier ist und das die Neue sich bloss nicht einfallen lassen soll hier ihren Platz streitig zu machen. Das geht nun schon von gestern Abend bis heute. Erst wird gejagt und dann ist wieder eine zeit Ruhe. Laut Aussage einiger anderer Meerschweinchenbesitzer scheint das ganz normal zu sein. Erst kommen die Rangkämpfe und dann ist Frieden. Wenn es zu hart wird soll angeblich der Bock dazwischen gehen und für Ordnung sorgen. Aber die kenne Tromsö nicht!
Nun heißt es abwarten, beobachten und hoffe das sich Luleå ihres Platzes bald sicher ist. Bis dahin gibt es ein Foto von der Neuen.
Meerschweinchen als Therapeuten
Es scheint doch mittlerweile allgemein bekannt zu sein, dass Tiere, im besonderen Hunde welche oft eingesetzt werden, eine positive und förderliche Wirkung auf Kranke, Alte und behinderte Menschen haben. Das nun auch Meerschweinchen als Therapeuten eingesetzt werden, ist natürlich freudig zu hören. Die kleinen Schweinchen werden meiner Meinung nach zu sehr unterschätzt und gelten immer noch allgemein als “Einstiegstier für Kinder”. Solch Stereotypen (wie viele andere natürlich auch!) muss aus dem Weg geräumt und aufgeklärt werden . Und dabei ist der Artikel vom ZDF ein guter Schritt.


